WILLKOMMEN IM NIKOLAVIERTEL
WILLKOMMEN IM NIKOLAVIERTEL

NikolaBlog: Eine Phänomenologie des Viertels

Hier schreibe ich über meine Eindrücke und Erlebnisse im Nikola-viertel. Es ist eine lose Abfolge von Eintragungen, die keiner Systematik folgen. Ein Tagebuch also, das sich auf das Viertel bezieht. Ich nenne es "Phänomenologie". Es ist ein digitales Tagebuch, auf dieser Website öffentlich gemacht, weshalb man es auch "Blog" nennen könnte.

 

Phänomenologie heißt in der Philosophie: Beschreibung eines Sachverhalts. Mittels möglichst genauer Beschreibung soll die Wahrheit des Sachverhalts festgestellt werden. Ein Stadtteil wie das Nikolaviertel ist als Lebensraum für die, die dort wohnen oder arbeiten durch viele Faktoren bestimmt. Mit dieser Phänomeno-logie versuche ich, dem ein wenig näher zu kommen. 

 

Ich freue mich auf Eure Kommentare. Dafür könnt Ihr gerne

direkt Kontakt zu mir aufnehmen: kontakt@nikolaviertel.de

Auf Nachfrage übersende ich gerne die Juli-August-Aufzeichnung.

Johannes - (1. Okt. 2022 © Johann Haslauer)

 

Sonntag 13.11.2022 - 9:25 – WoZi – T, V, Küchenarbeiten

Die Neubauten seit 2000 – ca 30 Projekte über das ganze Viertel verteilt – weisen rund 1200 Wohnungen auf, bei einem Belegungsschnitt von 1,9 (wie im Durchschnitt des Viertels wie auch der Gesamtstadt) wären das 2300 Einwohner, und das ist auch die Größenordnung des Anstiegs zwischen 2000 bis 2020. Was durch diese neue Bebauung aber im Wohnumfeld geleistet wurde, ist eher erbärmlich: in den allermeisten Fällen nichts. Der Raum der Stadt wurde von den Grundstücksbesitzern und Investoren als Profitmaximierungsplattform genutzt, ganz egal, was da als Leitlinie in den VU gestanden hat.

17:20 – WoZi – T, V, Geschirrgeklapper, Vorbereitungen fürs Abendessen

Als ich heute das Viertel durchstreifte, kam ich mit einem jüngeren Mann im Radleroutfit ins Gespräch. Ein Franke, den die Arbeit bei einem KFZ-Zulieferer in Vilsbiburg nach Landshut verschlagen hat. Er hat sich vor drei Jahren in dem neuen Komplex auf dem ehemaligen Kran-Maier-Gelände eingemietet, schätzt die stadtnahe Lage und den Freizeitwert der Flutmulde, wundert sich aber über den starken Verkehr in der Renatastraße, die doch eine Sackgasse sei. Jeder fahre mit dem Auto und beklage sich dann über fehlende Parkplätze in den Straßen. In seinem Block seien die Bewohner alle gut verdienend, viele bei BMW, da gebe es kaum Kinder – vier bei insgesamt fast 60 Parteien. Eine einzelne verschämte Schaukel auf dem schmalen Stück „Freigelände“ als Spielangebot ist alles andere als eine Motivation. Als „Nikolaner“ fühle er sich nicht, aber auch nicht als Landshuter. Das kulturelle Angebot nehme er schon manchmal wahr, aber soviel sei das nun auch wieder nicht. Insgesamt sei er aber zufrieden, und er fahre ja auch gerne in die Berge, die auch nicht so weit weg seien. Ich habe ihm für ein näheres Kennenlernen des Viertels die Website anempfohlen.

 

Donnerstag 9.11.2022 - 7:57 – WoZi – T, V, BRklassik: Filmmusik

Wie könnte mittels Kunst die Erforschung des Viertels unterstützt werden? In der aktuellen Kunst gibt es eine Fachrichtung „künstlerische Forschung“, in der mit künstlerischen Medien die wissenschaftliche Forschung von Phänomenen gegen-gebürstet wird, um weitere Erkenntnisse zu ermöglichen. Damit wäre in Sachen Nikolaviertel beispielsweise weiteres Wissen zu erlangen, obwohl ich jetzt nicht sagen kann, was da möglich wäre für ein breiteres Verständnis des Viertels als soziales Kollektiv.

Eine systematische Erforschung des Viertels gibt es ja gar nicht. Man könnte allenfalls die von Schramm im Anschluß an seine Tätigkeit als Quartiersmanager betriebenen Ergänzenden Untersuchungen von 2003 anführen. Eine spezifische, auf das Nikolaviertel bezogene Sozialraumforschung beispielsweise könnte für die Planung der Sozialarbeit eine Rolle spielen und müßte wohl von einer Sozialwissenschaft geleistet werden. Dafür gab es sicherlich zu Zeiten der VU-Erstellung eine größere Dringlichkeit; das Viertel hat sich in den letzten 20 Jahren sehr stark verändert und ist vom Problemviertel zum bevorzugten Wohngebiet geworden.

Was machen diese zusätzlich Zugezogenen? In all den vielen neugebauten Wohnungen leben wohl bessergestellte Parteien; sie müssen sich diese Wohnungen ja erst leisten können. Wie haben sie sich ins soziale und kulturelle Leben im Viertel integriert? Was hat sich im Profil des Viertels verändert. Insbesondere bei den Besuchern der Gastgeb-Ausstellungen in diesem Früjahr bin ich mit ein paar Leuten ins Gespräch gekommen, die neu hinzugezogen waren. Eher akademisches Niveau, würde ich sagen. Von Anfang 2010 bis 2020 sind immerhin rund 2300 Einwohner hinzugekommen. Das ist ein Anstieg von 24,5 %!

 

Freitag 4.11.2022 - 8:31 – WoZi – T, V, BRklassik: Cellosonate

Gestern hatten wir wieder unser AG1/3-Treffen. Sowohl Willi Forster wie auch Uli Theising schicken wie gewünscht ihre vorbereiteten Papiere an Frau Geiner zur Verwendung für die Evaluations-Ausschreibung. Gleichzeitig wird Christiane Vogel in einer Rundmail an alle Nikola-Adressen fragen, ob noch Interesse an einem Nikolafest im kommenden Jahr besteht. Da war ja nun eine sehr lange Co-rona-Pause. Sie stellte fest, dass sich viele Einrichtungen im Generationen-Um-bruch befinden. Doch angesichts des Umgangs der QB-Leitung mit der „Bürgerbeteiligung“ plädierte sie eher für eine Einstellung der Aktivitäten. Auch Uli zeigte sich sehr frustriert ob der blockierenden Haltung gegenüber seines Infotafel-Projekts an der Karlschwaige. Willi wird seine Aktionen fortsetzen, obwohl er in seinen Projekten (100-Bäume-Programm) immer wieder Rückschläge einstecken muß. Als mögliches nächstes Projekt wird eine Besichtigung der Sommer-Maschinenhalle in der neuen Nutzung vorgeschlagen. Uli nimmt Kontakt auf. Insgesamt muß man nun den weiteren Fortgang der Evaluation abwarten; ein Ergebnis ist vielleicht in einem Jahr zu erwarten.

 

Mittwoch 2.11.2022 - 8:33 – WoZi – T, V, BRklassik: Klaviermusik

 

Bin jetzt gesundheitlich halbwgs wieder hergestellt. Komme aber nicht mehr so viel unter die Leute, weshalb ich auch nichts mehr erfahre, - außer dem, was in der Zeitung steht. So etwa die Erinnerungen von Dr. Klaus Timmer an seine Kindheit und die Aktivitäten seines Vaters, der den ersten SB-Markt Landshuts in der Pa-piererstraße mit begründet hatte, wo später diverse Supermärkte ihren Standort fanden, zuletzt REWE. Mit dabei war ein Herr Mast, der auch an anderen Stellen im Viertel Märkte eröffnete, z. B. In der Äußeren Regensburger Straße, woran sich Elisabeth noch sehr gut erinnern kann, denn das war – als Bewohnerin am Piflaser Weg – ihr wichtiger Nahversorger, bevor das Isar-Center gebaut wurde. Klaus Timmers Eltern waren nach dem Krieg nach Landshut gezogen und hatten ebenfalls im Piflaser Weg einen provisorischen Unterschlupf gefunden.

Bei einem Gang in die Stadt haben wir vorgestern übrigens eine alte Klassenkameradin von Elisabeth getroffen, Patricia, die damals in der Gegend der Zeiss-Straße wohnte. Der Schulsprengel ging ja über das Nikolaviertel hinaus und umfaßte Teile des Industriegeländes wie auch von Piflas. Sie lebt jetzt seit längerem in Furth bei Landshut und hatte ähnliche Erfahrungen mit den Schulen wie Elisabeth: die strenge katholische Tour in Seligenthal und die viel besseren Noten dann in der 9. Klasse in der Nikolaschule.

Beim Gang zum Friedhof ist uns aufgefallen, dass man nun bereits mit dem Abriß der alten GeWoGe-Wohnhäuser an der Weißenbergerstraße begonnen hat, die Verbindung vom Weißenbergersteg an der Kleinen Isar zur Flutmulde. Drei kleinere Mehrfamilienhäuser aus den 20er Jahren stehen da, zum größten Teil entmietet; eine bescheidene Anlage – jedoch in guter Lage am äußersten Ostende des Viertels. Was dort gemacht wird? Es wird sich wohl in die Bebauung der Umgebung einfügen. Aber Genaueres wissen wir nicht. Wollte die GeWoGe nicht auch einen Verkauf tätigen, wie bei der Jahreshauptversammlung verlautete?

Wie zu erfahren war, wird die Evaluation des Prozesses Soziale Stadt Nikola nun öffentlich ausgeschrieben. Das hat Fr. Geiner in der letzten Quartiersbeiratsitzung angekündigt und dazu auch um eine Stellungnahme der AGs der Sozialen Stadt gebeten. Dafür treffen wir uns nun in den nächsten Tagen.


17:43 – WoZi – T, V

Heute gab's netten Besuch: ein Stammtisch-Kollege war da und erzählte mir von seinen aktuellen Viertel-Identitäts-Erkenntnissen. Er ist ja im Niedermeier-Viertel aufgewachsen und hat immer noch eine gute Verbindung mit einigen Bekannten aus der damaligen Nachbarschaft. So hatte sich diese Runde für ein weiteres Treffen im früheren „Block“ getroffen, was dann zu einem langen und sehr unterhaltsamen Gespräch über die alten Zeiten hier vor Ort geriet. Und da ergab es sich, dass sie auch noch eine alte Frau erkannte, die schon seit 50 Jahren dort wohnt und so dem Treffen ihr Siegel der Authentizität aufdrückte. In diesem Gespräch wurde klar: es gibt so etwas wie Stadtviertel-Identität, was auch durch ein paar jüngere Passantinnen bestätigt wurde, die auch dort wohnen und mit denen sie ebenfalls ins Gespräch kamen. Das Dort-wohnen ist Teil ihrer Identität und die Nachbarschaft ein Signum ihres Selbstverständnisses.

Später – als ich dann mit meiner Tochter und dem Enkelkind einen kleinen Spaziergang zum Piflaser Milchbauern machte, traf ich dort zufällig einen weiteren Stammtisch-Kollegen, der mit seiner Enkelin in gleicher Absicht dorthin gekommen war. Schön, sich en passant so zu treffen, ein paar Worte zu wechseln, die dringlichsten Neuigkeiten auszutauschen und sich so der gegenteiligen Anteilnahme zu versichern.

 

Montag 17.10.2022 – 6:45 – WoZi – BRkl: Gedudel,T, V

Gestern Atelier-Besuch bei Georg Forster in der Hans-Wertinger-Straße. Schöner Blick von dort auch über diese neue Wohnanlage – vor ca. zehn Jahren optimal energieeffizient gebaut – in Richtung Innenstadt. Bevorzugte Wohnlage für die betuchtere Mittelschicht. Auch viele Kinder hier. Es bestehen aber bei ihm auch nicht so viele Kontakte zu den Nachbarn. Georg fühlt sich recht wohl hier. Malt am liebsten eher exotische Motive – wenig zum Umfeld, nichts zum Viertel. Holt sich seine Inspirationen auf seinen Reisen. 

 

 

Mittwoch 12.10.2022 – 6:25 – Bibliothek – T, V

Die beiden Künstlerinnen unserer nächsten Ausstellung in der Neuen Galerie auf der Mühleninsel (zwischen Nikolaviertel und Altstadt gelegen), Monika Kapfer und Katharina Weishäupl aus München, beschäftigen sich aus Anlass des 30-jährigen Jubiläums der Galerie mit dem Raum der Ausstellung selbst und der Materiali-tät des Ausstellungsmachens. Ein interessanter Ansatz, den ich gerne auch einmal auf unser Viertel als Raum anwenden würde. Das Viertel künstlerisch untersuchen und somit eine von den bisherigen Blicken unberührte Ebene einziehen, die eine neue Wahrnehmung eröffnet. Das könnte ein interessantes Projekt werden, ggf. zusammen mit noch weiteren Beteiligten, - braucht aber sicherlich noch einige Reifezeit.

Wie die LZ heute vermeldet, ist jetzt völlig unerwartet der 36-jährige Stadtrat der Jungen Wöhler, Christian Pollner aus der Karlstraße verstorben. Erst am Samstag hatte der Bäckermeister geheiratet. Tragisch! 

 

 

Montag 10.10.2022 – 9:34 – Wozi – Baustellenlärm, V, Ticken der Uhr

 

Wegen gesundheitlicher Probleme werden hier in den nächsten Wochen nur noch spärlich Eintragungen erfolgen, wofür ich um Verständnis bitte. Manchmal wird sich das auf Reaktionen auf Zeitungsartikel beschränken. So heute auf einen LZ-Bericht über die letzte Bauausschusssitzung hin, bei der die notwendige Überarbeitung der städtischen Satzung zur Anbringung von Photovoltaik-Anlagen (aufgrund der Erneuerung des entsprechenden Denkmalschutzgesetzes, wonach die bestehenden Einschränkungen gelockert werden sollen) diskutiert wurde. Als Reaktion auf die kriegsbedingte Gas-Mangellage wird nun von Hausbesitzern die Anbringung von PV-Anlagen häufiger in Erwägung gezogen, was die bisherige Denkmalschutz-Gesetzgebung wie auch unsere kommunale Gestaltungssatzung bei denkmalgeschützen Bauten aber noch verbieten. Da besteht natürlich eine große Sorge um die Dachlandschaft der historischen Innenstadt! Wenn wir aber an unserem Ende des Nikolaviertels in der Nähe des Alten Schlachthofs aus dem Fenster im 7. Stock schauen, so sehen wir rundum viele Dächer, aber nur sehr wenige und allenfalls kleinteilige PV-Anlagen. Da gibt's also noch viele Möglichkeiten.

 

 

Samstag 8.10.2022 - 8:43 – WoZi – BRkl: Orchestermusik, T, elektr. Zahnbürste aus dem Bad

 

Nur zwei Leserbriefe heute zur Nicht-Öffentlichkeit beim Sonderausschuss Stadtentwicklung. Wenn das schon der Sturm der Entrüstung war? Ich selbst habe aber auch keinen geschrieben, kann das aber nur zum Teil auf meine gesundheitlichen Probleme zurückführen. Es ist auch Resignation dabei, was auch für die Vorgänge im Viertel bis hin zur unmittelbaren Nachbarschaft gilt. Das Bemühen von OB und Verwaltungs-spitze samt schwarzer SR-Mehrheit um einen „geschützten Gesprächsraum“ ist auch ein Mosaikstein dazu. 

 

Mitwoch 5.10.2022 - 17:15 – WoZi – BRkl: Yesterday, T, V Ticken, Glockenschlag

 

Heute ist ein kleiner Bericht über das AWO-Jubiläum in der Zeitung. Wahrscheinlich von der AWO selbst geschrieben. Hauptsache, alle mit Rang und Namen wurden auch namentlich genannt. Groß als Lokalauf-macher dafür von Uli Karg ein Resumee der ersten Sitzung des Sonderausschusses Stadtentwicklung vom letzten Dienstag, wobei hauptsächlich die Nicht-Öffentlichkeit der Sitzung thematisiert wurde. Ist auch seltsam, in einer so wichtigen Angelegenheit! Dafür hat man freimütig den Münchner Titel „STEP2040“ kopiert, leider ohne die dort wesentlichen Elemente der Bürgerbeteiligung mit zu übernehmen.

 

 

Dienstag 4.10.2022 - 9:42 – WoZi – BRkl: Klaviermusik, Elisabeth raschelt, V und Martinshörner, Glocke, Baustellenlärm, Hupen

 

Habe jetzt die Nikola-Website aktualisiert. Unsere Möglichkeit, Öffentlichkeit herzustellen. Die Selbstwahr-nehmung eines Kollektivs bedarf eines öffentlichen Raums, in dem es sich reflektieren kann. Das könnte die örtliche Zeitung sein mit Artikeln über das Viertel, auch Plakate, die Vorgänge im Viertel thematisieren, auch eine Chat-Gruppe in einem Internet Social Media Dienst. Auf diesen Foren bin ich allerdings nicht dabei; ich bewege mich lieber noch in analogen Foren wie Stammtischen und Versammlungen, obwohl diese immer seltener werden, insbe-sondere seit Corona. Wir sind in einem weiteren „Strukturwandel der Öffentlichkeit“ begriffen, wie das Habermas 1962 bezogen auf die gesellschaftlichen Selbstverständigungsforen in Salons und den Zeitungen im 19. Jahrhundert thematisiert hat. Kürzlich hat er dazu eine Aktualisierung vorgelegt, in der auch die Veränderungen durch die „sozialen“ Medien Berücksichtigung finden.

 

Als ich 2008 bei der Bürgerbeteiligung im Rahmen der Neuauflage des Programms Soziale Stadt Nikola wieder einstieg, machte mich der damalige OB Hans Rampf mit Alois Pöschl bekannt, Seniorchef der Landshuter Schnupftabakfabrik, damals 91 Jahre alt. Der lud mich in sein Büro in der Schwestergasse zum Gespräch. Das war gegenüber des ehemaligen Kohlen-Hofer-Anwesens an der Stelle, wo die Gasse einen Bogen macht. In dem Anwesen hat auch meine Mutter in den 80er Jahren eine Zeitlang gewohnt. Meine Eindrücke von dem Gespräch am 24.2.2008 habe ich damals aufgezeichnet:

 

Alois Pöschl, 91, hat fast ein Jahrhundert in dieser Gasse gewohnt und alles rundherum mit großer Aufmerksamkeit verfolgt. Er kennt bzw. kannte alle, die in diesem Teil ders Viertels wichtig sind, aber er fühlt sich als Landshuter und in zweiter Linie vielleicht noch als „Schwester-gaßler“ und weniger als „Nikolaviertler“. Dieser Begriff sei ja erst aufgekommen, als mit dem Sanierungsprojekt Soziale Stadt Nikola diese Gebietsdefinition verstärkt publiziert worden sei. Vorher sei man Angehöriger der Pfarrgemeinde Nikola gewesen, nach 1950 dann von St. Konrad, ein Bezug zu Seligenthal war wegen der Nähe schon immer da, aber seine Frau beispielsweise, die aus der Gegend der Papierer-straße Nähe Christuskirche stamme, sei nach Martin hin orientiert gewesen und hätte keinen Bezug zu Nikola empfunden.

Es bewegt sich also noch alles unterhalb der Schwelle zum Viertelbewußtsein. Das wird für die jetzt neu Hinzuziehenden anders sein, weil sie ja schon eine große Dichte vorfinden. Aber solange kein Austausch darüber geschieht, solange kein „Bild von Nikola“ veröffentlicht wird, solange existiert es nicht. (25.2.08)

 

Meine Aufzeichnungen von damals könnte ich fast alle 1:1 hier reinsetzen. Da hat sich nicht soviel geändert. Was habe ich mich damals abgestrampelt, bin im Urlaub nach Erkner bei Berlin ins Institut für Regional-forschung zu einem Workshop zum Thema „Raumpioniere in benachteiligten Vierteln" (es ging dort hauptsächlich um Berlin-Moabit und Wilmersdorf in Hamburg, das mittlerweile großflächig saniert wurde). Placemaking und local Governance waren die ganz neuen Schlagworte in den Ansätzen integrierter Stadt-entwicklung. Es wurde nach Raumvisionen gerufen, nach sozialen Milieus gefragt, und bei uns wurde damals nur kräftig verdichtet, wo es nur ging: ehemaliges Roederstein-Gelände, Fröschl, Milchhof. Trotz aller Empfehlungen aus den VU.

 

 

Sonntag 2.10.2022 - 10:47 – WoZi – T, V, Elisabeth blättert in einem Reiseführer

 

Die ersten Rückmeldungen sind schon da. Helmut, Raimund und Uli. Und der Zähler, den ich auf der Seite gesetzt habe, steht schon bei 13. Er zählt aber auch meine eigenen Aufrufe mit. Ich habe vorhin bei Otto (Marius Otto, Zwischen lokaler Integration und regionaler Zugehörigkeit. Transnationale Sozialräume oberschlesienstämmiger Aussiedler in Nordrhein-Westfalen. Transcript Verlag Bielefeld 2015) weitergelesen. Identität und Raum. Identität eines Raums und die dadurch geprägte eigene individuelle Identität. Für letzteres sind beispielsweise von der persönlichen Geschichte geprägte Einflüsse bestimmend, - etwa weil man im Viertel aufgewachsen ist, in Nikola zur Schule ging, hier einmal länger gearbeitet hat, eine Tante hier wohnen hat, die man gerne besucht, etc. Aber auch – wie in Ottos Dissertation der Fall der schlesischen Übersiedler im Ruhrgebiet – die Identität einer Region, die man mit sich trägt, wenn man in eine andere Region übersiedelt. Das wird viele Menschen mit Migrationshintergrund in irgendeiner Weise betreffen, die ihre Heimat mit sich herumtragen, sie weiter für sich und ihren Familien- und Freundeskreis bewahren wollen und somit in ihren „Parallelwelten“ leben. Zu diesen Menschen habe wir „gewöhnlichen Nikolaner“ gar keinen Zugang. Wir sehen da etwa in der Äußeren Regensburger Straße in einer Nische ein türkisches Café, in das man aber nie hineingehen wird, weil man die intime ethnische Eigenheit nicht stören möchte. So gibt es im Viertel einige ethnische Nischen, die man aber im Normalfall ausblendet, weil man zu sehr in seinen eigenen Bezügen, in der eigenen Nische verstrickt ist.

 

Samstag 1.10.2022 - 12:07 – WoZi – T, V, Waschmaschine

 

Die konstituierende Sitzung des Sonderausschusses Stadtentwicklung des Stadtrats am vergangenen Dienstag hat offensichtlich keine besonderen Erkenntnisse gebracht. Es ging in erster Linie um den geplanten Ablauf des Prozesses, über den im Oktober-Penum noch der gesamte Stadtrat abstimmen soll. Bemerkenswert, dass dieser Ausschuss nicht-öffentlich war, dass also auch die Presse nicht dabei war. Und ich habe den Eindruck, dass dies die LZ auch nicht sonderlich interessiert, sonst hätten sie auch schon im Vorfeld breiter über Sinn und Zweck dieses Prozesses berichtet. Ich habe schon vor einem Jahr Stadtchef Uli Karg darauf hingewiesen. Vergeblich. Schade, denn Öffentlichkeit wäre ganz wichtig für die-sen Prozess. Es soll dann im Frühjahr schon mal eine große Auftaktveranstaltung stattfinden. 

 

 

 

Mittwoch 28.9.2022 – 8:34 – WoZi – Bay. Rundfunk, Klassikprogramm (BRkl): Filmmusik, T, Elisabeth telefoniert am Gang

 

Bei Freunden, die früher ebenfalls ein paar Jahre in der Stethaimerstraße gewohnt haben und das Umfeld dort als Kinder mit vielen Spielkameraden rundum sehr genossen hatten – was sie dann am Birkenberg vermißten – erfuhren wir von dem Obstgroßhandel Killermann in der Lebühlstraße, der dort seinen Betrieb vor drei Jahren eingestellt hatte und in das Gewerbegebiet Münchnerau ausgesiedelt war. Der Senior, mit dem unser Bekannter jeden Montag am Stammtisch zusammensitze, wohne aber noch immer im Obergeschoß am alten Standort und habe nicht vor auszuziehen. Der sei jetzt 87 und noch gut bei Kräften. Aber irgendwann wird das ein interessanter Bauplatz für eine größere Wohnbebauung. 

 

Sonntag 25.9.2022 - 6:57 – WoZi – T, BRkl: Serenade

 

Die 10-Jahres-Feier der AWO war eine schöne und einigermaßen gut besuchte Veranstaltung – vorwiegend Ältere. Zur Umrahmung spielten Ziggi Zerrath und eine Rumpfband der „Buffalo Stance“, als Beteiligte an der Sozialen Stadt waren wir mit Willi und mir gut vertreten, Ele war nicht da. Zweiter Bürgermeister Dr. Haslinger überbrachte die Grüße des OB und des Stadtrats plus Verwaltung. Geschäftsführer Buchta stellte die zu enthüllende Plastik der AWO-Gründerin und parlamentarischen Pionierin Marie Juchacz vor. Als ehemalige SPD-Stadträtinnen waren Hedi Pable und Ute Kubatschka da, die SPD-Stadträtin Patricia Steinberger ist ohnehin im Kreisvorstand der Landshuter AWO – also alles fest in SPD-Hand. Schade nur, dass es geregnet hat, weshalb man im großen Saal zusammenkommen mußte. Es reichte aber für die ca. 60 Personen, die da waren. Viele Ehrenamtliche aus dem Haus, die von der AWO-Stadtverbandsvorsitzenden Christa Faltermeier mit Blumen und Buchskranzln geehrt wurden. Das Viertel wurde nicht thematisiert.

 

Freitag 23.9.2022 - 9:30 – WoZi – BRkl: irgendwas, T, V

 

Gestern habe ich Mario Tamme in der Nikolabuchhandlung einen Besuch abgestattet und ihm auch vom Diavortrag in der Münchnerau erzählt. Auf meine vorsichtige Anfrage wg. einer denkbaren „Erzählcafé“-Idee in der Gastgeb hat er gleich entschieden abgewehrt. Keine Zeit. Dafür habe ich das Münchnerau-Buch von Christa Heiß mitgenommen. Sehr interessant! Eigentlich war ich wegen eines neuen Titels eines jungen italienischen Philosophen, Emanuele Coccia hingegangen, der eine philosophische Betrachtung des Wohnens herausgebracht hat. „Das Zuhause. Philosophie eines scheinbar vertrauten Ortes“. Die Bedeutung der Wohnung für den Menschen ist sicherlich noch nicht ausreichend gewürdigt worden. Hier ist dann das Viertel zwischen diesem Phänomen und der Stadt als nächste Größenordnung angesiedelt. Wie in der SZ-Rezension vom Montag bereits angemerkt wurde, läßt Coccia aber wichtige Ansätze zu diesem Thema unberücksichtigt, so etwa Martin Heideggers Ausführungen von 1951 in seinem Vortrag „Bauen Wohnen Denken“, wo er das Sein aus dem Wohnen ableitet – eine wesentliche Position der philosophischen Reflektion der Gegenwart.

 

Mittwoch 21.9.2022 - 8:27 – WoZi – BRkl: Barockmusik (Händel), T , Baustellenlärm

 

Nächste Woche soll nun der Sonderausschuss Masterplan des Stadtrats erstmals tagen. Wir als AG1/3 werden das aus der Ferne beobachten; die nächste Sitzung des Quartiersbeirats ist für uns wichtiger, die für 19. Okt. anberaumt ist: da wird das Vorhaben der Evaluation vorgestellt. Als wir uns (ich mit Uli und Willi) zuletzt getroffen haben, war die Rede davon, dass ich da auch mit reingehe. Ich will mich aber nicht übernehmen. Teilnehmende Beobachtung ist eine ständige Herausforderung. Jetzt kommen mir aber auch noch gesundheitliche Probleme dazwischen.

 

16:02 – WoZi – BRkl: Nachrichten, T , V

 

Immer wieder die Frage, was ich mit diesem Blog will. Das Anlesen von Ottos Dissertation von 2015 nötigt mir erneut eine Klärung ab. Er sieht das Phänomen Raum zwischen Geographie und politischer Dynamik. Wie kommt es zur Bildung von Räumen und wie werden diese dann symbolisch aufgeladen, fragt Marius Otto und „... wie können solche Symbolsysteme identitätsstiftend sein?“ (S 17) 

Landshut ist in seinen Teilräumen noch nicht systematisch untersucht worden. Die VU von 1996 hatte einen konkreten Anlass, und mein Blog hier ist der Versuch einer ganzheitlichen Abrundung. Der Blog ist ein Experiment mit offenem Ausgang, ein künstlerisches Forschen. Mich interessiert das Viertel als Sozialraum in seiner Heterogenität. Wie ich schon festgestellt habe: es hat kein Zentrum, keine „Identität“, keine besonderen Merkmale, die Gemeinsamkeit stiften könnten. Das Viertel ist im Sinne Ottos ein „Konstrukt“, dem die identitären Eigenschaften erst zugeeignet werden müssen. Dazu hat sicherlich der Prozess Soziale Stadt Nikola erheblich beigetragen. Dieser Prozess der symbolischen Aufladung sollte aber weitergehen, wenn die Integration der Einwohnerschaft zu einem verstärkten Miteinander angestrebt ist.

Wie ist Nikola als Raum konstruiert? Es ist ein stadtplanerisches Teilgebiet, das keinen Erfordernissen einer indigenen Raumentwicklung folgt, aber trotzdem im Nachhinein solche Aufgaben erfüllen sollte. Ich bin gespannt, was man da am Samstag beim 10-jährigen Jubiläum des AWO-Mehrgenerationenhauses in der Ludmillastraße dazu sagen wird.

 

Montag 19.9.2022 - 22:47 – WoZi – BRkl: Jazz, T

 

Heute lief den ganzen Tag der Fernseher: Begräbnis der Queen. Die Feierlichkeiten in der Westminster Abbey, der Zug zum Buckingham Palace, die Fahrt nach Windsor, die Trauerfeier in der Schlosskirche mit den Riten des nationalen Erbes. So überkommen die Monarchie in der Gegenwart ist – das brachten insbesondere die jüngeren befragten Passanten auf den Londoner Straßen zum Ausdruck – so wichtig ist sie für die nationale Identität der Briten. Die äußeren Formen, dies ging aus den Begleitkommentaren der Fernsehsendung hervor, stammen aus dem 19. Jahrhundert. Für Landshut könnte man die Landshuter Hochzeit als einen solchen identitätsstiftenden Ritus bezeichnen. Dies ist auch ein Relikt aus dem späten 19. Jahrhundert. Auch die Fronleichnamsprozession oder die Tänze der Schäffler zur Faschingszeit gehören dazu. Auch die Dulten. In Nikola fehlt uns so etwas. Das Bismarckplatzfest geht in diese Richtung, obwohl es sich inhaltlich nicht auf das Viertel bezieht, auch das Nikolafest, das sich speziell die Vernetzung der un-terschiedlichen Aktivitäten im Viertel zum Ziel gesetzt hat. Aber das Fest ist wiederum noch nicht so gut verankert. Und es ist auch die letzten drei Jahre ausgefallen, coronabedingt. 

 

Sonntag 18.9.2022 - 11:04 – WoZi – Windrauschen, T, V, mein Nießen

 

Viel passiert in der Verarbeitung dieses „Blogs“ nach der Frühstücks-Lektüre der „Phänomenologie“ in Form des Spiralbuchs, die mir nun mit Elias' Hilfe vorliegt. Wie weit soll ich die nun „öffentlich“ machen? Indem ich nun dies als PDF einigen Freunden und Weggefährten zugänglich mache? Oder soll ich sie als "Blog" auf die Website nikolaviertel.de bringen? Wie weit darf ich die persönlichen Inhalte veröffentlichen, mitsamt Namen, Bildern etc. Soll es so persönlich und privat werden? Wie weit ist es auch ein künstlerisches Projekt? Wie weit ein politisches?

 

23:37 – WoZi – TV1: ARD-Musikwettbewerb

Gegen Abend war ich dann doch noch in der Münchnerau, um mir dieses Format anzusehen: 75 Fotos vom Stadtteil aus den letzten 100 Jahren, als Dia-Projektion vorgeführt vom Sammler Hans Besl, und die Chronistin von Münchnerau, Christine Heiß, die vor kurzem eine Geschichte von Münchnerau vorgelegt hatte, war als Zeitzeugin und Erklärerin vor Ort dabei. Meine Erwartungen waren also hoch, dass da ein Gespräch zustande kommen würde über die Identität des Orts, der immer noch ein eigenständiger Ort ist, obwohl er schon 1972 eingemeindet wurde. Im Denken und Fühlen der alteingesessenen Familien mag dieses Empfin-den immer noch vorhanden sein, dass sie sich als Münchnerauer sehen, aber das sind vielleicht 50 Familien. Man könnte das im Buch von Frau Heiß nachlesen, oder auch die Zahl der Gehöfte zählen, die auf einem frühen Luftbild des Orts zu sehen sind. Wer in den letzten 30, 40 Jahren zugezogen ist, wird das Münchnerauer-Sein nicht mehr so stark verinnerlicht haben. In den letzten 10 Jahren hat sich im übrigen die Einwohnerzahl nicht mehr wesentlich verändert, trotz des starken Zuzugs in die Gesamtstadt von rund 10 Prozent. Der Einwohnerstand blieb seither bei knapp 2000. Auch gibt es keine Schule mehr, in dem die örtliche Verwurzelung über den Heimatkunde-Unterricht vermittelt werden könnte; die Kinder gehen nun in die Carl-Orff-Schule in Landshut West, bzw. werden mit dem Bus dorthin verbracht. Was bleibt als Kitt? Die FFW, der Kriegerverein, der Fußballverein, das Aufstellen des Maibaums vor dem Grubingerwirt, die kleine Kirche. Es wäre zu prüfen, wie viele gemeinsame Ereignisse dörflichen Zusammenlebens es noch gibt. Der Dia-Abend in der Halle der Feuerwehr, zu dem etwa 80 Personen kamen, war auch einer davon, aber die Gäste haben dabei von Auloh mehr erfahren als vom eigenen Ort, weil der Vorführer sehr gerne immer wieder von sich erzählte und er eben in Auloh aufgewachsen ist. So kam auch kein Gespräch über das Viertel zustande.

Samstag 17.9.2022 - 15:45 – WoZi – CD: Dylan TellTale Signs

Diese Phänomenologie gilt es nun mit dem Sozialraum, mit den Planungsabbildungen, mit den steinernen Zeugnissen, den Pflanzen und Tieren, den künstlerischen Äußerungen, all dem Gesagten und Geschriebenen in Deckung zu bringen und dies zu kommunizieren.

 

Freitag 16.9.2022 - 13:37 – WoZi – TV: ARTE, Stadt, Land, Kunst, Elisabeth telefoniert am Gang

 

Gute Gespräche heute beim Parking Day in der Neustadt. Hab dort mit Uli Theising und Willi Forster den Stadtwerkstatt-Auftritt unserer AGs vorbesprochen. Willi hat angeregt, mit der GeWoGe direkt noch ein Gespräch über die Weiterentwicklung im Viertel einzufädeln. Denn da sind ein paar Grundstücke in petto, die zur Bebauung bzw. zum Verkauf anstehen. Und bei Willi geht’s natürlich auch um die Bäume. Mit Stadtrat Christoph Rabl habe ich über zukunftsweisende Verdichtungsmöglichkeiten geredet und mit einem jüngeren Passanten, einem Studenten der Sozialarbeit an der Landshuter Hochschule (Bereich Altenarbeit), über die grundsätzliche Bereitschaft der Hochschulleitung, mit Akteuren der Stadt zusammenzuarbeiten. Er hat mir da eine Professorin in der Sozialarbeit empfohlen, Prof. Liel, die auf soziale Ungleichheit und Wohnen spezialisiert sei.

 

23:45 – WoZi – ZDF: Aspekte: „Einzelne können etwas bewirken“ und „was hindert uns mehr zu tun?“

 

Bei Akademia.edu kam heute eine Dissertation, Wendelin Küpers Phänomenologie der Dienstleistungs-qualität (1999), die nun möglicherweise mein Verständnis von Phänomenologie schärfen wird.

 

Die Phänomenologie“ wird dabei im weiteren nicht verstanden als ein monolithischer Block oder als Arsenal fundamentaler Thesen oder methodischer Denkgriffe. Phänomenologisches Denken wird erkennbar und versteht sich vielmehr als ein Stil und Denk-Bewegung, Als lebendige Geistesbewegung verkörpert sie, wie Waldenfels es beschreibt, eine flexible Seh- und Frageweise, die verschiedene Richtungen nimmt, sich ständig neu erprobt und sich nicht auf fertige Identitäten fixiert. In solcher „ontologischen Zweideutigkeit“ in der Anerkennung der Unbestimmtheit auch der eigenen Existenz als positives Moment. Sie fragt rückführend, als was oder wie, sich ein Phänomen von sich aus als etwas zeigt und wie dieses sich denken lä8t. Dies wird unter Bezugnahme auf die intentionalen Bezugsfelder der Erfahrung über offene Wahrnehmungsprozesse vollzogen.“ (S. 13)

 

Hier werden nun verschiedene Felder aufgemacht, die mich zwingen, Sachverhalte bzw. meinen Blick darauf zu präzisieren. 

 

Donnerstag 15.9.2022 - 14:45 – WoZi – V, T, Gerumpel von der Baustenlle, Hupen von fern

 

Mit Prof. Otto von der HAW Landshut habe ich Kontakt aufgenommen. Er hat gestern auf meine Mail geantwortet. Wie es aussieht, werden wir uns in ein paar Wochen einmal treffen. Bis dahin möchte ich seine Dissertation lesen und noch etwas mehr in das Konzept der Sozialraumanalyse einsteigen. Da läßt sich m.E. auch für unser Viertel was fruchtbar machen. Theoretisch beziehen sich die Autoren auf Lefèbvre und Löw. Mal sehen, was das alles für unser Viertel heißt.

 

Mittwoch 14.9.2022 - 8:19 – WoZi – T, BRklassik: Klavieretuden Chopin

 

Elisabeths Bekannte, die grad ums Eck an der Flutmulde wohnt und ein Mehrparteien-Mietshaus aus der Vorkriegszeit an der Johannisstraße besitzt, hat ihr von ihren Sorgen und Nöten erzählt. Es sei so schwierig, Handwerker zu finden. Im Haus (8 Parteien) gibt es ja ständig was zu tun, Mieter ziehen aus oder um, wie jetzt gerade die türkischstämmige Familie, die vom Erdgeschoß in den ersten Stock wollte. Dann muß was gerichtet werden, eine neue Küche, Böden, Elektrik. Und es braucht auch wieder gute Nachmieter, die zuverlässig zahlen, sich nicht mit den Nachbarn in die Haare kriegen, sorgsam mit der Wohnung umgehen. Die Lage sei ja nicht optimal: die Johannisstraße ist eine vielbefahrene Straße, Ringstraße im Konzept der Innenstadt-Umfahrung. Sehr laut, schwierig mit Parkplätzen. Auch überhaupt zu halten, um etwa Einkäufe ins Haus zu bringen oder jemanden abzuholen. Aber es sei ja ihr Elternhaus, bei dem es schwerfällt, sich davon zu trennen. Sie habe schon oft an einen Verkauf gedacht, wegen des ständigen Verdrusses.

 

9:49 – WoZi – Glockengeläut, Ticken des Weckers am Herd, BRklassik: Marschmusik

 

Christina, die sich auch immer sehr um Flüchtlinge aus Afghanistan gekümmert hatte und seit fünf Jahren einen jungen Mann bei sich wohnen ließ, erzählte mir bei unserem Treffen auch den vorläufig letzten Teil seiner Geschichte: er – nun eingebürgert und Deutscher! – war nun zu Besuch in seiner Heimat, um die Frau (es war eher ein ganz junges Mädchen) zu heiraten, die seine Familie für ihn ausgesucht hatte und die er dann auch mit nach Deutschland bringen wollte, um hier mit ihr einen eigenen Hausstand zu gründen. Er kannte seine Braut nicht, und sie kann auch kein Deutsch. Sie wird auch traditionsgemäß hier nicht arbeiten; sie wird zuhause sitzen, kochen, die Wäsche machen und auf die Kinder aufpassen, die wohl in die Welt gesetzt werden. Und per WhatsApp oder Skype mit ihrer Familie zuhause in Afghanistan kommunizieren. Von den 11.300 Einwohnern im Viertel zu Jahresbeginn 2020 waren 3.332 Ausländer, also knapp 30 Prozent, und da zählt also der junge Afghane gar nicht mit. Für Landshut insgesamt liegt das Verhältnis bei 20,5 Prozent. Nur im Industriegebiet ist der Anteil mit fast 35 Prozent noch höher. Das hat sich in der Gesamtstadt nun verstärkt mit rund 1000 Personen Zuzugs-Überschuß bei den Ausländern in den letzten Jahren, wo sich vor zehn Jahren Zu- und Fortzüge noch fast die Waage hielten. (Quelle: Statistischer Jahresbericht 2019)

 

18:17 – Martinshorn, Hupen, V auf regennassen Straßen, Klopfen von irgendwoher, Wasserabfluß

 

Die Meilingers haben uns heute besucht. Werner ist Architekt und war mal ein paar Jahre in der GeWoGe-Geschäftsführung, noch zu Giebls Zeiten, dem Vorgänger von Herrn Wimmer. Werner ist damals im Unfrieden ausgeschieden, weil er Planungsarbeiten in Rechnung gestellt hatte, die über seine Aufgaben in dem Gremium hinausgingen. Aber so kennt er nun eben den Laden. Wir sprachen über Verdichtung im Viertel, und was da noch möglich ist. Werner meint, dass mittelfristig am Kennedyplatz noch was Größeres möglich ist, ebenso in der Weißenbergerstraße, wo die kleineren GeWoGe-Mehrfamilienhäuser schon entmietet werden. Tolle Lage, viel Grün rundrum, sehr ruhig.

 

 

Dienstag 13.9.2022 - 8:31 – Bibliothek – V, Baustellenlärm, BRklassik: Harfenkonzert

 

Am Sonntag habe ich bei meinem Rundgang durch die Galerien bei Kunstverein auch den Fotosammler Hans Besl getroffen, den ich 2008 bei meiner ersten Ausstellung „Bilder von Nikola“ kennenlernte und der mir dafür einige seiner historischen Fotos zur Verfügung stellte. Er wird in Kürze zusammen mit der Münch-nerauer Autorin Christa Heiß einen Foto-Erinnerungsabend veranstalten, um die Vergangenheit dieses Viertels wieder lebendig zu machen. Das wäre auch ein Ansatz für das Erzählcafé Nikola. Vielleicht sollte ich ihn einfach anrufen. Das wäre ja sozusagen das Grundmodell für unsere Veranstaltung: Bilder und eine geschichtliche Erzählvorgabe. Wer könnte das bei uns liefern? Mario Tamme? Vielleicht auch keine Gesamtgeschichte, sondern einen Aspekt daraus, und den mit ein paar Fotos illustrieren.

 

Mir erscheint es wichtig, auch die Bemühungen um Identitätsfindungen in den anderen Stadtteilen zu beobachten. Das ist m.W. ohnehin nur in Achdorf und Berg über die Bücher von Dübell der Fall, wobei es in Achdorf auch diesen Bürgerverein gibt, der jetzt wieder sein Jahrestreffen am Achdorfer Kriegerdenkmal abgehalten hat, in Form eines Straßenfestes. Beide waren bis 1928 eigenständige Gemeinden. Wie auch die Münchnerau (und natürlich Frauenberg und Schönbrunn, die 1972 noch eingemeindet wurden).

Der jüdische Philosoph Martin Buber hat den Gedanken geprägt, dass erst in der intersubjektiven Begegnung das Subjekt entsteht. Das möchte ich auch in Bezug auf die Stadtviertel überprüfen. Ich bin ja in Achdorf geboren, wo ich aufwuchs und in den Kindergarten ging. Ab der Schulzeit lebten wir in der Altstadt und seit der Rückkehr nach Studium und Experimentierjahren seit nun 40 Jahren im Nikolaviertel. Zuerst an der Luitpoldstraße und seit 30 Jahren hier in der Jörg-Breu-Str. Elisabeth ist auch in Landshut geboren, ist am Piflaser Weg in einer GeWoGe-Anlage aufgewachsen, nicht weit von hier. Die Stadtteile als solche nehme ich erst seit Mitte der 90er-Jahre so richtig wahr, - seit dem Beginn der Sozialen Stadt Nikola. Und vertieft erst seit der zweiten Auflage ab 2007, als ich bereits begonnen hatte, mich in der Philosophie vertieft mit der Stadt zu beschäftigen. Identität der Stadt als quasi kollektives Wesen war meine Hypothese, die ich auch auf den Stadtteil übertragen wollte.

 

Letzte Woche war erstmals wieder eine "richtige" Jahreshauptversammlung der GeWoGe - nach zwei Jahren, in denen sie wegen Corona abgesagt werden mußte. Wir waren nicht dort. Ich habe eine Dame aus der Kunstszene, von der ich um ihre Mitgliedschaft weiß, nach ihrem Eindruck gefragt. Sie sagte, sie würde nicht mehr hingehen. Da sei alles auf Abwehr getrimmt, eine Beteiligung gar nicht gewünscht, und wenn jemand etwas sagen wolle, würde das gar nicht gehört werden. Traurig.

Montag 12.9.2022 - 9:47 – WoZi – V, Baustellenlärm, BRklassik: Mozart

 

Guter Besuch gestern in der Gastgeb. Und Markus war auch sehr angetan von der Erzählcafé-Idee. Man kann das wohl auf jeden Fall bis in den Frühsommer nächsten Jahres machen, dann orientiere er sich auf die Landshuter Hochzeit hin, die Ende Juni beginnt. Da wird ihm auch Josef Wiesmüller ein Türöffner sein. Wenn wir das Erzählcafé Nikola heuer noch starten – ab November ist Christina wieder zurück – , dann wären also im ersten Halbjahr 2023 noch ein paar Durchgänge möglich, um das Konzept gründlich zu testen. Christinas Idee war, von einem Ex-perten einen kurzen Impulsvortrag voranzustellen, geschichtlich, kunsthistorisch, technisch, oder zu einer aktuellen Problemstellung, um auch einen attraktiven Input zu liefern. Daran könnte sich ein Gespräch darüber entfalten, das dann auch ausufern darf. Ich hab' im Moment niemanden im Auge, aber vielleicht sollte ich dies dann auch zunächst Christina überlassen. Ein geschichtlicher Bezug zur Entstehung des Viertels wäre vielleicht nicht schlecht. Zwecks Identität des Viertels. Die Frage ist jetzt nur, ob wir als AG3 als Mit-Veranstalter auftreten sollen. Wenn wir wirklich in nächster Zeit eine AG-Versammlung machen wollen, könnten wir das auch gleich als Aktivität ankündigen.

 

Auf dem Heimweg von Jenny kam ich in der Hans-Wertinger-Straße noch an einem Straßen-Flohmarkt-Stand vorbei. Die Kinder nutzen den letzten Ferientag und das schöne Wetter. Ich konnte leider auch nichts aus dem Angebot brauchen, so dass wir nicht ins Geschäft kamen. Vielleicht beim nächsten Mal.

Samstag 10.9.2022 - 11:39 – Bibliothek (Bib) – T, V, Geplätscher aus dem Bad

Ein nettes Treffen gestern mit Christina Meindl im Petit Café in der Schirmgasse. Die hat nun die Idee eines „Erzählcafés“ in der Gastgeb geäußert, mit jeweils einem kurzen „Impulsreferat“ am Anfang durch einen eingeladenen Experten, um einen inhaltlichen Input zu bieten, bevor man ins allgemeine Gespräch übergeht. Guter Vorschlag. Ich werde Markus morgen beim Tag des offenen Denkmals nach den Möglichkeiten fragen. Ansonsten gehe die „Orientierung im Raum“ im Lehrplan des Heimat- und Sachunterrichts (HSU) der Grundschule bereits in der ersten Klasse los. Dieses Projekt mit Peter Litvai habe sie aber im Rahmen des Kunstunterrichts gemacht. Monika Böhm heißt ihre Nachfolgerin.

 

Die vormalige Irmi Obernhuber aus der Bäckerei in der Johannisstraße habe ich bei der Kunstnacht gestern auf die Wohnlage hinter der Sommer-Halle angesprochen. Ganz toll, meinte sie, sehr ruhig. Und da rühre sich auch nicht sehr viel, weil einige Wohnungen auch leer stünden. Die seien verkauft, aber nicht bewohnt. Über ihr etwa eine ältere Dame, die über mehrere Wohnungen verfüge und auch ganz selten da sei. Drei-Zimmer-Wohnungen mit 100 qm!

Sonntag 11.9.2022 - 14:15 – WoZi – V, Windrauschen

 

War im Rahmen des Denkmaltags bei der Führung der Unteren Denkmalbehörde an der restaurierten Stadtmauer am Ursulinenkloster dabei. Frau Dr. Denk gab einen schönen Einblick in ihre Arbeit, wußte auch über die Situation an der Wagnergasse Bescheid. Ja, da steht noch ein Gutachten aus zur „Zumutbarkeit“ der notwendigen Sanierung bzw. zur Erlaubnis eines Abrisses trotz Denkmalstatus, und nein – wer dieses Gutachten erstellt, dürfe nicht genannt werden. Und wie lange sich dies noch hinziehen wird, könne man auch noch nicht abschätzen. Die nächsthöhere Ebene ist dann die Obere Denkmalbehörde an der Regierung von Niederbayern mit Fr. Dr. Borgmeier als Leiterin. Ich werde jetzt Markus Stenger besuchen, der seine Gastgeb im Rahmen des Denkmaltags auch geöffnet hat.

 

Donnerstag 8.9.2022 - 16:15 – WoZi – V, VG, Kinderstimmen von unten, Hupen von fern

 

War auf einen Kaffee im Schlachthof. Der beste Platz, um die Zeitung durchzu-blättern. Ein schönes Café – so lange diese Zwischendecke noch nicht eingezogen ist. 70Er-Jahre-Musik. Ich bin der einzige Gast, später kommt noch ein Paar zum Einkaufen. Die Damen hinter der Theke sind gutgelaunt, irgendwann kommt auch noch der Chef kurz durch. Zu kurz, als dass ich ihn fragen könnte, wann das mit der Zwischendecke nun passiert. Dylans „Knocking on Heaven's Door“ wird gespielt, draußen kreuzen schwarze SUVs junger Türken auf. In der SZ lese ich in der Rezension von Jennifer Egans neuem Roman „Candy Haus“ (Marie Schmidt):

 

 

Müßte man kollektive Erzählperspektiven erfinden? Auf solche Ansprüche reagiert Jennifer Egan auffällig schlapp. 'Das Kollektiv', heißt es gegen Ende über den Sohn des Tech-Gründers Bix Bouton, der ausgerechnet Schriftsteller geworden ist: „Er nahm es auch ohne Technologie wahr. Und die darin enthaltenen Geschichten, ob allumfassend oder individuell – er würde sie erzählen.“ Die trotzige Selbstbehauptung einer Literatur, die sich vor der disruptiven Gewalt des technischen Fortschritts entschieden zurückzieht und es offenbar nicht damit aufnehmen will“.

 

So geht es auch mir mit meinem Text, von dem ich noch nicht weiß, was daraus werden soll. Lassen wir es wachsen.

In der LZ war heute zu lesen, daß an der Hochschule Landshut bei den Sozialwissenschaften ein neuer Prof. eingeführt worden ist: Dr. Marius Otto (37), der in den Bereichen Sozialräumliche Soziale Arbeit und Gemeinwesenarbeit tätig sein wird. „Seinen Focus legt er dabei auf die räumlichen Perspektiven und die Bedeutung von Raum-Settings in der Sozialen Arbeit, beispielsweise mit Quartieren und Nachbarschaften.“ Für den wird doch sicher Stadtteilbildung und Viertel-Identität interessant sein. Vielleicht sollte ich mit ihm Kontakt aufnehmen.

Mittwoch 7.9.2022 - 13:35 – Bib – T, V, Vogelgezwitscher (VG)

 

Wegen unserer Forderungen bezüglich des politischen Beteiligungsprozessen in Fragen des Viertels haben Willi, Uli und ich gestern nachmittag bei uns getroffen und unsere Positionen geklärt. Das Papier vom 23.7. bleibt unser Statement, das wir nun etwas überarbeitet in die Evaluierung einbringen möchten. Wir werden vermutlich in nächster Zeit (vielleicht in der Gastgeb) ein AG1/3-Treffen veran-stalten und das als öffentlich ankündigen, um eine etwas breitere Legitimation zu erhalten. Ich sehe unsere Bemühungen als beispielhaft für Bürgerbeteiligungs-Engagement, wie es von den Stadtteilen ausgehen könnte, und wie man von der kurzfristig ausgerichteten und von Eigeninteressen geleiteten „Beteiligung“ wegkommen könnte, die allzu oft nur auf Konfrontation BürgerInnen vs. Verwaltung gekennzeichnet ist. Insofern erscheint das Bürgerräte-Konzept zielführender, das aber das langjährige Engagement und das erworbene Detailwissen von den Initia-tiven unberücksichtigt läßt. Wir werden uns ja heute abend bei der Sitzung des AK Stadtentwicklung nochmals austauschen und dort deutlich machen, dass wir als AGs uns in unseren weiteren Bemühungen dezidiert von der grünen Parteipolitik absetzen wollen. Wir wollen unseren eigenen Weg gehen.

 

Morgen abend wäre im übrigen wieder eine Jahreshauptversammlung – nach zwei ausgefallenen Versammlungen nun wieder körperlich. Wir haben keine Lust hinzugehen. Man hat den Eindruck, als würde dort jede Beteiligungsabsicht vorsorglich unterbunden und man brauche die Mitglieder nur zum Abnicken der Vorschläge des Vorstands und der Geschäftsführung. "Genossenschaft" war einmal.

Schwierig, hier wg. Datenschutz auf Namen zu verzichten. Solange es als private Aufzeichnung läuft, ist da natürlich kein Problem, aber wenn man den Text weitergeben möchte, müßte man evtl. die Namen ändern oder unkenntlich machen. Wodurch der Text an Authentizität verlieren würde. Aber natürlich nehme ich solche Stellen raus.

Dienstag 6.9.2022 - 6:23 – WoZi – T, V, BRklassik: eine Opernarie

 

Gestern hat mir Uli Theising den letzten Stand der Dinge zum Quartiersbeirat geschrieben: Die Sanierungsstelle im Baureferat habe ihm auf seine Nachfrage hin mitgeteilt, daß die nächste Sitzung in Vorbereitung sei und auch die Evaluation zum Thema habe. Aus diesen Gründen werde sie erst Ende Oktober/Anfang November stattfinden können. Eine städtische Mitarbeiterin im Stadtplanungsamt habe ihn da im Auftrag von Frau Geiner zurückgerufen und angekündigt, dass es dabei auch darum gehen werde, wie Bürgerbeteiligung im Allgemeinen und die Beteiligung der AGs der Sozialen Stadt eingebunden werden können. Auch Bürgermeister Haslinger sei hier sehr stark involviert. Man werde rechtzeitig mit den entsprechenden Unterlagen einladen.

 

Sonntag 4.9.2022 - 8:23 – WoZi – T, V, BRklassik: Geistliche Musik, VG

 

Im Rahmen der Evaluation müßte natürlich auch die VU in ihren Zielen angepaßt werden. So etwas wie Klimakrise war Mitte der 90er-Jahre noch kein Thema. Zumindest sollten wir das fordern. PV auf die Dächer, Begrünung von Flachdächern – auch im Bestand – und Fassadenbegrünung sowie eine viel restriktivere Ausweisung von Baugenehmigungen, um die verbliebenen Grünflächen zu erhalten. 

 

Samstag 3.9.2022 - 8:10 – WoZi – T, V, BRklassik: Jagdmusik

 

Gestern habe ich in einem neuen Spiralringbuch diese ganze „Phänomenologie“ zusammengestellt und nun erstmals einen Komplett-Überblick über alles Bisherige. Es sind ja erst knapp zwei Monate. In die Gastgeb bin ich nicht mehr hinein-gekommen. Wir haben gestern auf dem Weg in die Stadt Jürg Zieger, einen alten Bekannten wieder getroffen, der auch nicht weit von uns im Viertel wohnt. Jetzt mit neuer Freundin und Hund. Ich habe sie eingeladen, uns bei Gelegenheit doch mal zu besuchen. Auch eine alte Kollegin aus dem Wochenblatt ist mir die Tage hier über den Weg gelaufen. Ihr Name ist mir aber entfallen. Das Wochenblatt ist im übrigen sehr dünn geworden. Hat wohl auch unter der Digitalisierung bereits Federn gelassen, wozu dann auch noch die Pandemie der letzten Jahre kam. Dazu kommt nun auch noch die erhebliche Verteuerung des Papiers. Sie kommen kaum mehr über 16 Seiten hinaus, gegenüber 48 Seiten und mehr in den 00er-Jahren. So schmal wie in den Anfangszeiten Ende der 70er Jahre am Heuweg, als ich dort ein paar Jahre lang die Redaktion besorgte. Aber auch die LZ kann ihre Auflage nicht halten. Die IVW-Zahlen besagen, dass die Verkäufe weiter kontinuierlich zurückgehen. Seit fünf Jahren um weitere 5 Prozent, seit der Jahrhundert-wende um über 20 Prozent, wobei seither der Zugewinn bei den e-Papers den Rückgang der Print-Ausgabe bei weitem nicht ausgleichen konnte. Bei uns im Haus haben von den 27 Parteien nur drei die Tageszeitung abonniert. Wir und zwei von auswärts zugezogene Paare.

 

 

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