WILLKOMMEN IM NIKOLAVIERTEL
WILLKOMMEN IM NIKOLAVIERTEL

Das Viertel und seine Entstehung

Das Stadtviertel Nikola - begrenzt durch den Lauf der Kleinen Isar im Süden/Osten, der Flutmulde im Norden und der Luitpoldstraße im Westen - ist das älteste Stadterweiterungsgebiet nordwestlich der Altstadt jenseits der Isar und hat lt. Statist. Jahresbericht der Stadt Landshut von 2018 knapp über 11.000 Einwohner. Das bedeutet bei einer Fläche von 139 ha mit fast 81 EW/ha bei weitem die höchste Bevölkerungsdichte in der Stadt (10,8 EW/ha).

Der um 1690 entstandene Plan

 

Ursprünge und Kern
Eine Besiedlung mit einem geistigen Zentrum in diesem Gebiet gab es wohl schon vor der Stadtgründung Landshuts. In der Kirche Alt St.Nikola ist ein Mauerrest der Vorgängerkirche aus dem 11.-12. Jahrhundert zu sehen. Die erste bekannte bild- liche Darstellung des Viertels stammt aus dem Jahr 1690 und zeigt die Ansiedlung jenseits der Isar. Herzogin Ludmilla hatte hier 1232 die Zisterzienserinnenabtei Seligenthal gegründet, eine Vorstadt entstand davor mit kleinen Handwerkerhäusern und einer Straßenzeile an der überschwemmungssicheren Hohen Gred nach St. Nikola. Das Gebiet war Teil der Stadt Landshut, das durch die sog. Friedenssäulen markiert wurde. Die Schwaigen dieser Gegend trugen zur Versorgung der Stadt mit Frischgemüse bei.

Im ersten Katasterplan von 1811 zeigt sich die bauliche Entwicklung noch unverändert. Beherrschend die Klosteranlage von Seligenthal und der Straßenzug zur Kirche St. Nikola. Links davon die 1498 gegründete Papiermühle, die erste in Altbayern. Bis zum Ende des 18.Jh. war das Viertel (zum „Weißen Viertel“ der Stadt gehörig) die Siedlung von Handwerksbetrieben, besonders solchen, die mit dem Wasser zusammenhingen (z.B. Färbereien). Nachgewiesen sind auch eine Liebherr’sche Tuchfabrik und Gasthäuser (Münsterer, Jägerwirt). Doch das Gebiet wurde immer wieder heimgesucht von verheerenden Überschwemmungen.

Dynamisches 19. und 20. Jahrhundert
Mit dem Einsetzen der Industrialisierung begann eine dynamische Entwicklung, die bis in die Gegenwart fortdauert. Einen starken Impuls setzte der Bau der Eisenbahnlinie von München nach Landshut mit dem Kopfbahnhof an der Isar. Gleichzeitig entstanden eine Maschinenfabrik, Tabakfabriken, wurde aus der Papiermühle die Meyer’sche Kunstmühle, einher ging die Neuerrichtung der Nikolaschule und die Anlage der Seligenthalerstraße als Verbindung der Altstadt mit dem neuen Hauptbahnhof (erbaut 1880). Immer mehr Industriebetriebe siedelten sich an, eine Glockengießerei, Eisengießereien, Tabakfabriken. Schutz vor Überschwemmungen sollte die Anlage einer Flutmulde an der Papiererstraße bringen, es folgte der Bau des neuen städtischen Schlachthofs (1906), es folgten Papierwerk, Milchhof, dazu Wohnungsbau in großem Umfang (GeWoGe).

Nach dem 2. Weltkrieg, dem Teile des Viertels durch Bombardements zum Opfer fielen, setzte sich die Entwicklung noch verstärkt fort: Bau der Konradkirche, Ausbau Luitpoldstraße als neue Verbindung Innenstadt mit dem Hauptbahnhof, Hochwasserfreilegung durch die neue große Flutmulde, Bau von Berufsschule, AOK, Arbeitsamt, OBAG und großer Firmen wie Roederstein, Klann. Dazu kam der weitere Ausbau der Infrastruktur mit Obus-Linien, Kinos, es folgte eine weitere Verdichtung durch intensiven Wohnungsbau. In den 70er und 80er Jahren begann die Aussiedlung von Industriebetrieben, Brückenschlag Podewilsstraße und Ausbau des neuen Rings um das Stadtzentrum über Stethaimerstraße, Johannisstraße, Luitpoldstraße. Diese Transformation schreitet fort: mit der Entwicklung von neuen Wohnflächen an der Ludmillastraße, dem Neubau des Bayerischen Staatsarchivs an der Stethaimerstraße, dem Neubau der Berufsschulen am Stadtpark erfolgten auch im letzten Jahrzehnt noch weitere erhebliche Veränderungen.

Mit der Vergrößerung der Stadt kam die Notwendigkeit, diese planerisch in Viertel einzuteilen. Mit der Einführung des Mikrozensus zur Feststellung von Bevölkerungsdaten wurde 1979 das Dreieck zwischen Isar, Flutmulde und Luitpoldstraße zum "Nikolaviertel", obgleich sich die Bewohner um die neue Konradkirche dem "Konradviertel" zugehörig fühlten, manche aber auch dem "Harlanderviertel" oder dem "Schlachthofviertel". Eine Identität des Nikolaviertels wird sich wohl erst in längeren Zeiträumen bilden. Die "Soziale Stadt Nikola" trug wesentlich dazu bei.

Aktuelles

Toni Otts Bilder aus der Karlstr. in der "Gastgeb"

IIn der Reihe: „HAUSGÄSTE  IN DER GASTGEB" werden derzeit Fotos des Landshuter Fotografen Toni Ott vom früheren Zustand der Wagnergasse/Karlstraße gezeigt. Geöffnet ist die Ausstellung noch am Sa 21. und am Mi 25. Mai. Die nächsten Termine: Zeichnungen von Helmut Wartner vom 22. Juni bis 6. Juli, anschließend das Projekt Künstler an der Grundschule St. Nikola mit dem Fotografen Peter Litvai "Häuser mit Geschichte im Nikolaviertel" ab 13. Juli 2022 (Infos www.zurgastgeb.de). Das früher Pfahuber-Maurerhaus genannte kleine Holzblockhaus in der Pfettrachgasse 7 wurde im März  für alle interessierten Bürger der Stadt und des Viertels geöffnet. Bauherr und Sanierer Architekt Markus Stenger lädt zusammen mit Josef Wiesmüller von den Freunden der Altstadt kreative Hausgäste und Freunde ein, auf den alten Ort einzugehen und ihn in vielen möglichen Ausdrucksformen zu bespielen. Geöffnet: Sa 14-20 + Mi 17-20 Uhr 

Wieder kein Nikolafest  wegen Corona-Pandemie 

Leider kann das Nikolafest auch iheuer nicht stattfinden. Selbst wenn wir uns berechtigte Hoffnungen auf einen relativ pandemiefreien Frühling und Sommer machen können; die Auflagen zur Eindämmung der Infektionszahlen haben uns an einer gründlichen Planung des Festes gehindert. Daher bleibt  nur die Hoffnung auf 2023.

Bekanntlich wird auch das Bismarckplatzfest heuer nicht stattfinden.

Nikola bleibt weiter Sanierungsgebiet

Mit einstimmigem Beschluss des Bausenats vom 24.9.2021 wurde der Sanierungszeitraum für das Gebiet Nikola um 15 Jahre verlängert. Eine Evaluierung der bisherigen Massnahmen wird eingeleitet.jh 

Großes Interesse für das Maurerhaus von 1486

IIm Rahmen des Denkmaltages am 12. Sept.2021 erlebte das nun liebevoll sanierte "Pfahuber-Maurerhaus" von 1486 in der Pfettrachgasse 7 einen großen Ansturm. Bauherr und Sanierer Architekt Markus Stenger  beantwortete geduldig alle Fragen.

Bürgerbegehren Klimaentscheid

Vor einem Jahr wurde ein Bürgerbegehren auf den Weg gebracht, Landshut in zehn Jahren klimaneutral zu machen. Der  Umweltsenat des Stadtrats hat daraufhin  die Forderungen  übernommen und beschlossen, innerhalb eines Jahres einen Maßnahmenplan zu erstellen, in dem die Verwirklichkung der Klimaneutralität detailiert ausgearbeitet wird. Mehr

AWO-Laden: Call&Collect  

Der AWO-Laden an der Ludmillastr. 15 ist Mo-Do 9-12.30 Uhr und Fr 13-16.30 Uhr geöffnet. Tel. 97458823 (mo, di, do, fr 9-12).  Infos auch unter: ortsverein@awo-landshut möglich.

AG1-Jahresbericht 2020 

Sie finden ihn unter "Soziale Stadt Nikola - Archiv AG1"

Nikola-/ Papiererstr. Fahrradstraßen auf Probe

Der Verkehrssenat hat am 25. Nov. 2020 die beiden Straßen neben einigen anderen innerstädtischen Trassen befristet auf ein Jahr als Fahrradstraßen ausgewiesen. 

Parkraummanagement für das Nikolaviertel

Im Verkehrssenat am 16.6.2020 wurde für das Nikolaviertel ein Parkraummanagement beschlossen. Die Verwaltung ist dabei, Bewirtschaftungsformen, Anwohnerbereiche u. Halteverbotszonen in den vorgeschlagenen Bewohnerbereichen zu erarbeiten. mehr

6 Stadträte im Viertel

Der neu gewählte Stadtrat nahm am 8.5.2020 seine Arbeit auf. Neben den bisherigen vier Verteter*innen Hedwig Borgmann, Sigrid Hagl (Grüne), Anja König (SPD) und Erwin Schneck (Freie Wähler) sind zwei weitere Bewohner des Nikolaviertels, Falk Bräcklein (Linke) und Christian Pollner (Junge Wähler) in dem Gremium vertreten. Der Anteil von 13,6 Prozent an der Gesamtzahl (44) entspricht damit annähernd dem Bevölkerungsanteil in Höhe von 15,5 Prozent. Dabei ist hier Lothar Reichwein, CSU, noch gar nicht mitgezählt, der zwar nicht im Viertel wohnt, hier aber sein Geschäft hat und Initiator und Motor des Bismarckplatzfestes ist.  


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